Kleine und ruhige Plätzchen, die den zahlreichen Reisenden eine unbehelligte Oase verschaffen und Platz für alle Menschengruppen bietet - das zeichnet Sirmione aus. Ob als besonnener Mensch, als Individualist, als historischer Fanatiker oder auch als Liebhaber des mediterranen Lebensgefühl - man wird in dieser Stadt sein eigenes kleines Paradies vorfinden und sich auf Anhieb mit dem vorherrschenden Ambiente identifizieren und hier das immer erhoffte Lebensgefühl erleben. Denn die kleine nur 7000 Einwohner zählende Stadt, die auf einer Halbinsel in der Region Lombardei liegt beinhaltet all diese Aspekte und Facetten die besonders vielseitig anmuten.
Sicherlich ist allein die Lage dieser Stadt schon besonders, denn am südlichen Ufer des Gardasee gelegen, ragt diese Stadt in Form eines Dreiecks in den See hinein und besteht in ihrer wesentlichen Form aus drei Hügeln. Diese Hügel prägen die Stadt und teilen sie in die besonderen Sehenswürdigkeiten auf. So findet man hier die Cortine, den San Pietro- in Mavion Hügel sowie auch die Grotten des Catull vor. Letztere sind besonders beliebt bei den zahlreichen Reisenden, wobei auch kein anderer Stadtteil so markant mit der Vergangenheit verbunden ist. Denn hier findet man die bekannten Thermalquellen vor, die reich an Mineralien, Schwefel und Brom sind. Bekanntermaßen finden die zahlreichen Thermalquellen der Welt seit jeher auch im Gesundheitswesen Verwendung und daher ist diese Örtlichkeit besonders begehrt. Dabei wussten auch die alten Römer diesen Aspekt bereits zu nutzen und man wird hier beeindruckende Bauten aus der Zeit dieser einstigen Bewohner vorfinden. Dabei ist sicherlich interessant zu wissen, dass die Römer damals bereits Rohre verlegten, um die natürlichen Quellen zu fördern. Denn die hier sprudelnden Thermalquellen kommen aus den Tiefen des Gardasees und entstammen einer Tiefe von rund 2100 Metern. Dabei benötigen die natürlichen Quellen rund 20 Jahre bis sie von ihren Ursprung bis zur Sichtbarkeit eine Temperatur von rund 69°Grad erreichten. Man kann daher sagen, dass Thermalquellen ein Wunder der Natur sind, und wieder einmal die Kräfte unvergleichlich präsentieren.
Andere Kräfte hingegen wird man wahrnehmen, wenn man die historische Altstadt von Sirmione betrachtet. Denn es sind wahrlich menschliche Kräfte und Leistungen gewesen, die diese urchristlich anmutende Stadt einst erschaffen habe. So reicht die Besiedlung dieser Stadt bis in die Steinzeit im 2. Jahrtausend vor Christus zurück, wobei die ersten Pfahlbauten darauf schließen lassen, dass bereit im 17. Jahrhundert v. Christus hier Menschen lebten. Einen besonderen Status erlebte die Stadt zur Zeit der Römer, als diese die kleine Halbinsel für sich und ihre Familien entdeckten. So mutierte Sirmione damals dazu ein beliebtes Urlaubsdomizil für die besser gestellten Römer zu werden. Diesen Einfluss vernimmt man daher auch allgegenwärtig an den zahlreichen Bauten, die heute noch gut erhalten einen kleinen Einblick in das damalige Leben gewähren. Heutzutage findet man hier zahlreiche Geschäfte und Lokalitäten vor, die so gekonnt die Vergangenheit mit der Modernen paaren und kombinieren.
Einen Ausflug in die mittelalterliche Zeit hingegen verspricht die Sakligerburg. Diese bot in der damaligen Zeit einen besonderen Schutz und schirmte die kleine Stadt wesentlich vom Festland ab. Heute kann man anhand der als Wahrzeichen geltenden Burg noch gut die damals übliche Bauweise vernehmen und erhält einen imposanten Eindruck über die damalige Stellung dieser Zeit in der kriegerischen Epoche. Besonders beeindruckend für alle Liebhaber der sakralen Bauwerke, ist auch die Kirche Santa Maria Maggiore, die man etwas abseits der zentralen Altstadt findet. Hier sollte man sich als Reisender keinesfalls von ihrem schlichten Erscheinungsbild irritieren lassen, denn in ihrem Inneren beherbergt diese Kirche wahre Kunst. So findet man hier Fresken und Holzarbeiten aus dem 15. Jahrhundert ebenso vor wie ach wertvolle Marmorarbeiten, die der Kunst des 18. Jahrhunderts entstammen. Eine etwas andere Kirche ist auch die San Pietro Kirche aus dem 8. Jahrhundert. Eingebettet in satten Olivenhainen zeigt diese dem Reisenden die beeindruckende Kunst aus dem 12. Jahrhundert. Ihre etwas abseits und durchaus ungewöhnliche Lage lässt sich so erklären, dass diese Kirche auf den Fundament einer heiligen Stätte der Römer errichtet wurde.
Text von Claudia Schleicher
